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30. Juni 2010:

Nachgedacht....

 Liebe Gemeinde,

lange haben wir in diesem Jahr auf die Wärme des Sommers gewartet.
Dann ist sie gekommen. Und natürlich ist es jetzt schon wieder viel zu heiß, weil wir Menschen ja selten mit dem zufrieden sind, was wir haben.
Wer sich nicht in Schwimmbad oder Baggersee abkühlen kann, den versetzt die Sommerhitze in eine Art kraftreduzierten Dämmerzustand, in dem jede schnelle, hektische Bewegung sofort mit einem Schweißausbruch quittiert wird.

„Pole, pole!“ kommt mir wieder in den Sinn: „Langsam, langsam!“ - Wie oft musste vor einigen Jahren der tansanische Führer uns drei weiße Frauen auf dem Weg zum Gipfel des Kilimanjaro daran erinnern. Nie hätten wir es geschafft, wenn er uns nicht den richtigen Schritt vorgegeben hätte. „Pole, pole.“ Fast tranceartig gehen wir Schritt für Schritt, verbrauchen nur so viel Kraft, dass es schließlich tatsächlich bis zum Ziel reicht.

„Langsamkeit“ ist das Zauberwort, das uns in der Hektik des Alltags bei uns selbst bleiben lässt, das uns aus der Unruhe des Voraus-Planens und Voraus-Sorgens wieder in die Gegenwart holt. - Übrigens auch in die Gegenwart Gottes. Denn Gott vergessen wir oft als erstes, wenn alles „schnell, schnell“ gehen soll und wir mit unseren Gedanken schon beim Übernächsten sind.

„Pole, pole.“ - Das ist nicht nur die Einsicht, dass wir mit unseren Kräften haushalten sollen, sondern auch, dass wir Gottes Kraft Raum und Zeit geben müssen, um in uns und durch uns zu wirken.

Eine gesegnete Sommerzeit wünscht Ihnen

Ihre Pfarrerin Ulrike Trautz
Friedensgemeinde Baden-Baden

Bilder des Monats:

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